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Text und Fotos Friedrich Klawiter
BONNER WEIHNACHTSCIRCUS
Bonn, 28. Dezember 2018

www.bonner-weihnachtscircus.de
Der Bonner Weihnachtscircus von Veranstalter Manuel Fischer fand in diesem Jahr zum zwölften Mal statt, obwohl im Herzen der Zuschauer und dem kulturellen Leben der ehemaligen Bundeshauptstadt verankert, stellt sich in jedem Jahr die Frage nach einem geeigneten Gastspielgelände als äußerst schwierig dar und zwingt den Veranstalter bereits mehrfach zu einem Umzug.
Nun war man, nach einem Jahr Absenz wieder in den rechtsrheinischen Vorort Pützchen zurückgekehrt. Bei strahlend blauem Himmel drängten sich die Menschenmassen vor der Kasse und der attraktiven Front des Circus. Hinter einem nostalgischen weißen Holzzaun waren zwei hervorragend restaurierte Deutz-Schlepper und ein kleines Kinderkarussell aufgestellt. Ein blaues Zwei-Masten-Chapiteau diente als Vorzelt und war mittels eines Tunnels mit dem großen weißen Spielzelt verbunden.
Festlicher weihnachtlicher Schmuck prägt das Innere der Zeltanlagen. Unzählige Lämpchen lassen große moderne Dekorelement erstrahlen und auch die Weihnachtsmarktbuden, in denen die Restauration untergebracht ist, sind festlich geschmückt. Der Verbindungstunnel zum Grand Chapiteau ist ein strahlendes Lichtermeer und die prächtigen rot-goldenen Balkonlogen im Spielzelt leuchten im Schein unzähliger Lichtschnüre. Den weiteren Raum um die Manege fülllt ein großes Gradin, dessen Bankreihen mit rotem Samt bespannt sind. Die Vorderwände der Logen, deren Stühle selbstverständlich gepolstert sind, zeigen ein elegantes goldenes Dekor und eine hohe dunkelrote Gardine bildet den Artisteneingang.

Die Lichtanlage zeigt sich auf Höhe der Zeit und wird virtuos eingesetzt. Die sechs Musiker, des erstklassig aufspielenden und die Show mit optimalem Sound hervorragend Sound tragend Orchesters, haben ihren Platz in zwei rückwärtigen Balkonlogen.

Erstmals führte Produzent und Tourneeveranstalter Raoul Schoregge bei diesem Event Regie und vereinte die ausnahmslos guten Darbietungen zu einem hervorragenden, harmonisch und ohne Lücken ablaufenden Ganzen.
Zudem glänzte Schorrege in seinem zweiten Alerego als Clown Corregio in der Bonner Weihnachtsmanege. Zusammen mit seinem kongenialen Partner, dem französischen Clown Joanes, bildete er ein großartiges Duo, das mit sparsamen Mitteln ganz große Clownerie bietet und beim Publikum aller bestens ankommt.
Aus den Zuschauerrängen kommend erobern die beiden Spaßmacher die Manege und wärmen das Publikum zum Opening mit einigen Späßen an.
Das „La Bouche Showballett“ hat seinen ersten Auftritt und die singende Manegensprecherin Janna Köhler gibt nach der Begrüßung die Manege für die erste Darbietung frei.
Die vier Herren der „Demian Acrobatic Troupe“ aus Moskau starten die Nummernfolge mit ihrer Arbeit am doppelten Reck. Vielseitige Turnfiguren und gekonnte Flüge zwischen den Holmen prägen den Auftritt.
Gleich darauf ist Marlon Zinnecker in einem ersten Dressur-Act mit sechs prachtvollen Steppenkamelen zu erleben. Souverän präsentiert der elegante Vorführer die vielseitigen und erstklassig ablaufenden Figuren.
Einen besonderen Höhepunkt stellt die bekannte eindrucksvolle und harmonische Freiheitsdressur, die der versierte Dresseur im zweiten Programmteil zeigt, dar. In einem Ballett anmutiger Schönheit bieten die seidig schimmernden, mit weißen Puscheln geschmückten nachtschwarzen Hengste ihr umfangreiches Repertoire dar. Drei weiße Araberhengste bieten mit zahlreichen erstklassigen Steigern ein fulminantes Da Capo.
Die beiden weiteren Tier-Darbietungen der Show kommen von Rosi Hochegger und ihren Partner Andrei Bocancea. Dieser hat mit dem "Eigensinn" des Bettpferdes „Scout“ seine liebe Mühe. Rosi Hocheggers in Monte-Carlo mit einem Silbernen Clown ausgezeichnete Hundekomödie kommt ebenfalls bestens an.


Clown Joanes ist in einem Solo-Auftritt auf der Freistehenden Leiter zu erleben. Gekonnt werden die effektvollen Tricks ausgeführt und im zweiten Teil seines Auftritts jongliert der sympathische Artist mit bis zu sieben Bällen.
Clown Corregio widmet sein Solo dem Golfspiel und dirigiert in eindrucksvoll und einfallsreich den Applaus des Publikums.
In den beiden gemeinsamen Auftritten fechten die beiden Komiker Hahnenkämpfe um die Hierarchie im roten Ring aus. Höchst virtuoses Wasser spucken und variantenreiches Ohrfeigen verteilen sind die Mittel der Wahl.
Janine Eggenberger arbeitet eine exzellente Darbietung am Trapez. Kraftvoll präsentiert die zierliche junge Frau eine umfassende Auswahl attraktiver Tricks, die in einem veritablen Fersenhang ihren Höhepunkt findet.
In einem zweiten Auftritt ist sie zusammen mit einer Partnerin an einem Kronleuchter hoch unter der Kuppel des Zeltes zu erleben. Auch diese Darbietung besticht ob ihrer hervorragenden Präsentation und zeigt gleichfalls ein breites Spektrum effektvoller Tricks.

Der zweite Programmteil startet mit dem preisgekrönten Drahtseil-Act von Steven Ferreri. Elastisch und kapriziös bewegt sich der junge Mann auf dem dünnen Draht. Die zahlreichen sportlichen Elemente - Sprung über einen selbst gehaltenen Säbel, Seil springen und Sprung über eine mit Messern bewehrte Barriere sowie ein extrem hoher Spreizsprung - werden erstklassig  dargeboten. Mit sehr großer Sicherheit erfolgen Rückwärts- und der anschließende Vorwärtssalto. Mit dem spektakulären Sprung durch einen großen, mit zahlreichen Messern gespickten Ring findet die formidable Nummer ihren effektvollen Abschluss.
Noch einmal erleben wir die „Demian Acrobatic Troupe“ - nun an der Russischen Schaukel. Die erste Serie der Sprünge führt zu einer sehr hoch angebrachten Reckstange. Nach dem entfernen der Stange wird die weitere Serie der weiten Flüge nach verschiedenen Salto- und Pirouetten-Kombinationen sicher auf einem Kissen gelandet.
Zum poetisch inspirierten Finale lässt Clown Joanes zum letzten Mal die Concertina erklingen und Corregio kommt, mit einem großen Glas Wasser in der Hand, hinzu. Doch ehe der Clown sich erfrischen kann, kommen nach und nach Artisten, die um einen Schluck Wasser bitten.
Schließlich nehmen die Mirwirkenden ihre Schlussaufstellung ein und Janna Köhler verabschiedet ein enthusiastisch applaudierendes Publikum. Die mitreißend in Szene gesetzte Show nimmt die Besucher im restlos ausverkauften weiten Rund dermaßen gefangen, dass sie ihrer Begeisterung mit minutenlangen Standing Ovations Ausdruck verleihen.