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Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS KRONE-BAU
München, 29. Februar 2020

www.circus-krone.com
Mit drei unterschiedlichen wahrlich großen, mitreißenden Programmen - die allesamt als traditionelle Nummernprogramme konzipiert sind - begeistert der Circus Krone in den Winterspielzeiten sein Publikum. Eindrucksvoll wird der Anspruch der „größte Circus der Welt“ zu sein unterstrichen.
Hell und einladend strahlen die unzähligen Lichter am ausladenden Vordach und der Kasse des prächtigen Circus-Bau. Circus-Krone-Schriftzüge auf den Dächern der Gebäude und die funkelnd illuminierte Krone auf der Circuskuppel tragen den Glanz des Hauses Krone in die Nacht.

Nikolai Tovarich und Clown „Prince Henry“ gestalten das Opening und der Clown möchte gerne Elefanten sehen. „Das ist kein Problem, dafür brauchen wir keine Hologramme“, lässt der Manegensprecher wissen, „wir haben echte Elefanten“, woraufhin Jana Mandana Lacey-Krone und Bara, eine asiatische Elefantenkuh, die Manege erobern. In einem flott präsentierten Ablauf zeigt der Dickhäuter sein umfangreiches Können.
Das „Duo Zavatta“ bietet actionreiche und rasante Rollschuh-Akrobatik.In einem furiosen Wirbel wird eine sehr umfangreiche Trickfolge, die viele Spitzentricks des Genres beinhaltet, geboten. Tempogeladen und spielerisch leicht wirkend erfolgen die Aktionen.
„Prince Henry“ ist die prägende Figur der Show. Vier Mal ist der charismatische Clown in der Show zu erleben. Zunächst jongliert er mit einem Jungen aus dem Publikum mit einem Sombrero. Ein Mitspieler muss zunächst Arbeitsschutzkleidung anlegen, um sich sodann ihrer in einem wilden Striptease zu entledigen. Fünf Freiwillige sind rasch gefunden und mit ihnen initiiert der Clown ein munteres Glockenspiel, das mit allerlei Gags garniert ist.
Schließlich erleben wir den „Henry“ im Restaurant-Entrée als trotteligen Kellner, während seine Partnerin den Part des anspruchsvollen Gastes übernimmt. Rasant folgt Gag auf Gag und auf den Rängen macht sich Begeisterung breit, als die Spaghetti in Massen tief fliegen und sich eine wilde Schlacht zwischen Gradin und Manege entwickelt.

In einem kompakten Block präsentiert Direktorin Jana-Mandana Lacey-Krone verschiedene Dressurgruppen des Hauses. Zunächst laufen drei zutrauliche Zebras, die immer wieder die Nähe der Vorführerin suchen, ihre Figuren. Ihnen folgen vier weiße Kamele, die in ihrem dichten langen Winterfell einen prächtigen Anblick abgeben. Die vielseitigen Lauffiguren münden in gegenläufige Fächer. Aus dem Marstall des Circus Krone kommen sechs feurige Nonius-Hengste, die voller Temperament in der Manege agieren und von der versierten Dresseurin souverän zu ihren Figuren angeleitet werden. Ein erstklassiger Da Capo Steiger bildet den gelungenen Abschluss des Auftritts.
Die Hand-auf-Hand Darbietung der Kolev Sisters wird vom Publikum enthusiastisch gefeiert. Die beiden zierlichen jungen Frauen arbeiten elegant ihre ansprechende Trickfolge. Ihr Schlusstrick - zu dem Michelle bäuchlings auf dem Tisch liegend ihre, im Handstand auf ihren Füßen stehende, Schwester Nicole langsam absenkt und wieder emporhebt mündet gar in Standing Ovations während der Show.

Einen akrobatischen Höhepunkt der Show bieten allerdings vor der Pause die „Flying Heroes“ mit einem großen Spektakel in der Luft. Zwei Fänger und sechs Voltigeure bieten eine Vielzahl hochkarätiger und teils auch kaum noch zu sehender - z. B. ein zweieinhalbfacher Salto - Tricks. Zwei in den Luftapparat integrierte Reckstangen erweitern die Flugmöglichkeiten noch einmal. Weite Flüge von einem zum zweiten Fänger lassen laute Ausrufe des Erstaunens erklingen.
„Laceys Lions“sind zu Beginn des zweiten Programmteils zu erleben. Fünfzehn Löwinnen und zwei Löwen lpräsentiert Martin Lacey jr. in einer abwechslungsreichen und temperamentvoll vorgetragenen Dressurfolge. Zahlreiche Sprünge hoch an den Käfigrand und über andere Tiere hinweg, Fächerlauf und abliegen aller Tiere in der Manege sowie großartig ausgeführte Scheinangriffe finden Ergänzung in oftmaligem engen Körperkontakt des Tierlehrers mit seinen Schützlingen. Tiefes Vertrauen zwischen Mensch und Tier manifestiert sich u.a. indem der charismatische Tierlehrer zwei Löwen auf seinem Körper abliegen lässt.
Rasch ist der Zentralkäfig entfernt und Eliane Biasini präsentiert Hula Hoop zu Pferd. Die sympathische Artistin interagiert zunächst mit ihrem Ross in der Manege und alsbald als elegante Stehendreiterin auf seinem Rücken die Hula Hoop Ringe in vielfältiger Weise zu manipulieren.

Gentleman-Jongleur Kristian Kristof begeistert mit Mangenpräsenz, Charme und großem artistischem Können. Er beginnt seine nicht alltäglichen Evolutionen mit einer faszinierenden Balance. Drei Kaffeehausstühle und ein ebensolcher runder Tisch werden zu einem fragilen Turm aufeinander gefügt und hernach auf einer „Zigarre“, die der Jongleur zwischen den Lippen hält, ausbalanciert. Die folgenden gekonnt vorgetragenen abwechslungsreichen Routinen sehen goldfarbene Zylinderhüte als Requisiten. Die abschließenden Touren werden mit Zigarrenkistchen ausgeführt und vielfache Pirouetten stets mit dem sicheren fangen der Kistchen abgeschlossen.
Den finalen Höhepunkt der Show bieten die zwölf Mitglieder der „Truppe Zola“ am Schleuderbrett. Die mongolischen Artisten wurden für ihre herausragende Darbietung beim diesjährigen Circusfestival in Monte Carlo mit einem Bronzenen Clown ausgezeichnet. Die variantenreichen Sprünge, die vielfache Saltos und Pirouetten in hervorragenden Ausführung bieten, werden sicher auf einem Kissen, in einem Sessel und auf den Schultern der Untermänner gelandet. Stelzensprünge gehören gleichfalls zum umfangreichen Repertoire der Truppe und ein Spitzentrick führt hoch in die Kuppel in den Sessel, den ein Truppenmitglied, das mit Stelzen auf einer hochgehaltenen Stange steht, auf einer hohen Perche hält. Abschließend führt ein Salto hoch hinauf zum 7-Mann-hoch.
Im Finale werden die Direktion, Artisten und Mitarbeiter im bestens besetzten weiten Rund vom Publikum enthusiastisch gefeiert und Standing Ovations sind obligatorisch. Das Ensemble steht im Haupteingang Spalier und verabschiedet die Besucher, von denen sehr viele die Gelegenheit zu einem Selfie mit ihren Favoriten nutzen.