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Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS KRONE-BAU
München, 01. März 2020

www.circus-krone.com
„Wir setzen dem Circus die Krone auf“ betitelt der Circus Krone die Programme der aktuellen Winterspielzeit und mit exzellenten Shows wird das Motto mit Leben gefüllt. Hervorragende artistische Acts, attraktive Tierdarbietungen und ausgezeichnete Clownerie sind die bewährten Ingredienzien der mitreißenden Show, die das Publikum begeistert.
Die letzten Sonnenstrahlen des Vorfrühlingstages lassen die Krone auf der Kuppel des Circus-Gebäudes funkeln, als sich „ganz München“ zur letzten Premiere dieser Winterspielzeit einfindet und über den roten Teppich, durch das Spalier der Medienvertreter, in den Circus strömt.

Kapellmeister Oleksandr Krasyun hebt den Taktstock zur Ouvertüre und das große und vorzüglich aufspielende Orchester, das die Show zu großen Teilen mit seinem vollen treibenden Sound in idealer Weise trägt, sorgt für die notwendige Atmosphäre.
Abendregisseur Nikolai Tovarich begrüßt das Publikum und ist im weiteren Verlauf der Show der stets elegante und souveräne Manegensprecher.
Traditionell hat zu Beginn des März-Programm der Direktions-Nachwuchs seinen Auftritt. In einem fröhlich inszenierten Auftritt präsentieren Alexis Lacey-Krone und seine Cousine Shirin Rados-Pilz die Bauernhoftiere von Maike Probst. Wollschweine, Esel, Ziegen und Hähne werden von den Nachwuchstierlehrern in einem flotten Ablauf zu ihren Tricks angeleitet.
Elegant tanzt Eric Niemen auf dem Seil. Schwebend leichte Schrittfolgen prägen sein Scheingefecht mit einem Säbel, der nach weitem Schwung stilvoll übersprungen wird. Viele weitere Sprünge - u.a. durch einen selbst gehaltenen Reifen, über eine hohe Hürde inklusive eines perfekten Scheinsturzes - erfolgen gekonnt. Ein gekonnt ausgeführter Rückwärtssalto bildet den Höhepunkt der Nummer.
Das Duo Flash arbeitet seine dynamische und dank vieler tänzerischer Elemente leicht und flüssig vorgetragene exzentrische Akrobatik scheinbar jenseits der Gesetze der Schwerkraft. Die beiden Ukrainer Yefrem Bitkine und Yevgeny Dashkivskyy, ihre Karriere nahm einst beim European Youth Circus Festival in Wiesbaden ihren Beginn, verblüffen immer wieder mit ungewöhnlichen Kombinationen ihrer kraftvollen Akrobatik.

Die Equivokee Clowns begeistern mit großem Können und sympathischem Auftreten. Die drei Ukrainer verkörpern liebevoll ausgearbeitete unterschiedliche Charaktere und vereinen artistisches Können ideal mit kreativen und skurrilen Gags.
Sie überraschen mit immer wieder neuen Wendung in einer veritablen Gruppenjonglage und gewinnen dem altbekannten Seil springen mit Zuschauerbeteiligung neue Seiten ab.
Großartig ihr Spiel mit Papierflugzeugen, mit dem sie die Herzen des Publikums im Sturm erobern. Mit pointiertem straffem Spiel und gekonnter Comedy reißen sie ihr Publikum förmlich von den Sitzen.
Schließlich gewinnen sie dem Seil springen gemeinsam mit zwei Zuschauern völlig neue Seiten ab und so mündet das turbulente Treiben in eine HippHopp-Artistik-Breakdance-Show.
Vor der Pause erleben wir die „Flying Jumpers“ auf dem Fast Track. In einem rasanten Wirbel folgen die zahlreichen Tricks des sportlich orientierten Auftritts aufeinander.

Vier weitere Tierdarbietungen strukturieren die Show.
Dresseur Hans-Ludwig Suppmeier präsentiert eine gelungene Pferde-Freiheit mit acht weißen Arabern. Souverän führt er die Chambrière und lässt die abwechslungsreichen Figuren gekonnt ablaufen. Im zweiten Teil des Auftritts sind vier der edlen Rösser als Korbpferde zu erleben. Ein fulminanter Vorwärtssteiger bildet den gelungenen Abschluss der Darbietung.
Die beiden asiatischen Elefanten des Hauses bringt Jana Mandana zusammen mit James Puydebois in den roten Ring. Zahlreiche Dressurelemente sind zu einem umfangreichen und tiergerechten Ablauf, der die älteren Tiere keinesfalls überfordert, komponiert.
Thomas Lacey, Halbbruder von Martin jr. und jüngster der vier Brüder, ist zum ersten Mal in der Manege des Circus Krone zu erleben. Er wird von Martin, der dem interessierten Publikum erklärt, das Thomas während sieben Jahren das Dompteur-Handwerk von der Pike auf erlernte, ausführlich vorgestellt. Vier Löwen präsentiert der Newcomer und lässt die umfangreiche Trickfolge ruhig und sicher ablaufen.
Schließlich komplettiert Gina Giovannis mit ihren sieben Hunden den Reigen der Tier-Darbietungen. Gekonnt wie stets präsentiert die versierte und vielseitige Artistin ihre Vierbeiner und ihr umfangreiches Können.

Eine Love Story am Chinesischen Mast erzählt das Duo Funcoholics garniert mit waghalsigen Abfallern und spektakulären Tricks. Ein einarmiger Handstand der Partnerin auf dem Partner und ihr hinab gleiten an der Stange, während der Partner frei in der Luft schwebt sind nicht oft zu erleben. Der abschließende freie Stand auf dem Körper der als „lebende Fahne“ vom Mast abstehenden Partnerin scheint die Schwerkraft aus Kraft zu setzen.
In einer Plexiglaskugel, hoch in der Kuppel schwebend, bietet Sharyn Monni ihre sinnliche Kontorsion dar. Mit einem stimmigen Lichtdesign perfekt in Szene gesetzt, fasziniert die zierliche Artistin ihr staunendes Publikum. Die beiden Schalen der Kugel sind nur an der Aufhängung mit einander verbunden und öffnen sich durch die Aktionen der Artistin, die somit auch für den nötigen Nervenkitzel sorgt.
Jongleur Claudius Specht absolviert mit Präzision die verschiedensten Routinen. Der Schweizer Gentleman beginnt den Auftritt mit einer temporeichen Keulenjonglage. Höchst selten sind Metallbecher die Requisiten mit denen die unterschiedlichsten Wurfmuster und Kaskaden ausgeführt werden. Eine wahre Augenweide für den technisch Interessierten ist der roboterartige, selbstfahrende und "Keulen werfende" Requisitenbehälter. Abschließend wechselt der Jongleur noch einmal zu den Keulen, zeigt das er dieselben auch mit höchster Geschwindigkeit zu jonglieren versteht und schließlich werden sieben Keulen in einem perfekten Wirbel in der Luft gehalten.

Aus dem Februar-Programm prolongiert wurden die Flying Heroes, da das Duo Zontli - doppelter Zopfhang - sein Engagement nicht wahrnehmen konnte. Die acht russischen ArtistenIn bieten ein spektakuläres Feuerwerk der Luftartistik auf mehreren Ebenen am Fliegenden Trapez. Zwei Reckstangen und ein zweiter Fänger, an einem Fangstuhl über der Flugbahn des Trapezes erweitern die Möglichkeiten der Voltigeure und sorgen für permanente Action in der Luft. Weite Flüge durch die Kuppel, Doppelsalto mit Pirouette, Zweieinhalbfacher Salto, selbstverständlich auch der legendäre dreifach Salto und viele weitere Aktionen bescheren den Zuschauern feuchte Hände, ehe die Dame der Truppe mit dem „Todessturz“ aus der Kuppel den finalen Kick bietet.
Das stimmungsvoll in Szene gesetzte Finale wird von Nikolai Tovarich mit gekonnt gesungenem „Somewhere over the Rainbow“ eingeleitet, während Jana Mandana im Schwarzlicht einen Hengst um die Manege führt. Die Artisten kommen, neongelbe und orange Tücher schwenkend die Treppenaufgänge herab und stellen sich in der Manege auf. Frenetischer Applaus und Standing Ovations halten die Mitwirkenden lange am Platz, ehe die Direktion ein überaus zufriedenes, ja begeistertes Premierenpublikum verabschieden kann.