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Text und Fotos Friedrich Klawiter
MAGICAL WORLD OF CIRCUS
Asten-Ommel, 29. August 2020

www.magical-circus.com
Gabi und Sandor Donnert touren in den Sommermonaten mit ihrem Unternehmen „Magical World of Circus“auf niederländischen Campingplätzen und Freizeitanlagen. Die allgegenwärtige Corona-Pandemie bestimmt in diesem Jahr unser Leben, so dass die Machbarkeit der Tour erst sehr kurzfristig gegeben war.
Trotzdem gelang es der erfahrenen und engagiert agierenden Familie Donnert  hochkarätig Darbietungen in einer sehr unterhaltsamen Show zu präsentieren.
Die sich immer wieder ändernden Corona-Bestimmungen bedingten Anpassungen der Tournee, u.a. den Verzicht auf neun Gastspielstationen in Belgien Zum Abschluss der rund sechswöchigen Reise, die sehr viele Eintagesplätze beinhaltete, war der Circus im Ferienpark „Prinsenmeer“ in Asten zu erleben.
Auf einer Freifläche direkt an der Parkeinfahrt war der schmucke Circus neben zwei Fahrgeschäften aufgebaut. Ein Zwei-Masten-Chapiteau italienischer Produktion zieht mit seinem frischen und dekorativen Dekor die Blicke auf sich. Der Zeltbau von vierundzwanzig Metern Durchmesser ist in einem modernen rot-wei?en Dekor gehalten und mit feinen gelben Linien abgesetzt und wei?t eine lange und sehr hohe Kuppel auf.
Die Materialtransporter sind glänzend royalblau und rot lackiert. Alle Fahrzeuge tragen ein geschwungenes Band weißer Sterne und sind mit dem Logo des Unternehmens dekoriert.
Der nostalgisch anmutende Kassenwagen bildet zusammen mit einem Zierzaun die Front des Unternehmens.
Das derzeit unvermeidliche Hygiene-Konzept begrenzt die maximale Besucherzahl in jeder Vorstellung auf zweihundert Personen. Kinder dürfen in den Logen Platz nehmen und die Stühle für die erwachsenen Zuschauer, denen die Plätze fest zugewiesen werden, sind mit den vorgeschriebenen Abständen im Zelt verteilt. Die Circusrestauration ist unter einem Zeltdach beim Eingang untergebracht und steht nur während des Einlasses zur Verfügung. Die Dauer der Show wurde auf sechzig Minuten ohne Pause begrenzt.
Ein eleganter Artisteneingang in rot und gold sowie die erstklassig eingesetzte Lichtanlage und stimmige musikalische Begleitung sind die Garanten für eine hervorragende Circusatmosphäre auch unter den vorherrschenden besonderen Umständen.

Mit der rasanten Bouncing-Jonglage von Scott Bovelander startet die Show schwungvoll. Vielfältige Muster lässt der sympathische junge Mann mit weißen Bällen entstehen. Es folgen Routinen mit den Bällen in einem rechtwinkligen Gestell, ehe abschließend sechs, sieben und acht Bälle souverän jongliert werden.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung übernimmt Scott Bovelander die Aufgaben eines Manegensprechers. Hierbei wechselt er sich mit „Mister Bill“ ab.
Dieser sorgt zudem für die notwendige Fröhlichkeit im weiten Rund. Zunächst wirkt er in der turbulenten „Mensch oder Puppe“ Darbietung von Kim Dekkers, die die typischen Tricks des Genres in flottem Ablauf bietet, mit.
In die weiteren Auftritte bezieht „Mr. Bill“ Kinder aus dem Zuschauerraum ein. Sie werden mit Helmen und Schwertern, aus Luftballons geformt, ausgestattet und duellieren sich. Ein  obercooler Vierjähriger mit Pokerface lässt sich von den „Hütchenspieler Finten“ nicht aus der Reserve locken und schließlich wird ein Junge im Handumdrehen zum Tellerjongleur.
Hula Hoop Artist Benjamin Flame hatte im vergangenen Jahr exakt an gleicher Stelle sein Manegendebut. Inzwischen wurden Auftritts-Stil und Kostüm geändert. Er verzichtet auf die romantische Attitüde und kommt wesentlich sportlicher und dynamischer daher. Die inzwischen gewonnene Routine und Sicherheit sind unübersehbar und neue Tricks ergänzen den variantenreichen Act.

Diabolojongleur Ezra Veldman ist dem Publikum von seiner erfolgreichen Teilnahme bei der niederländisch
en TV-Show „Holland 's Got Talent“ bekannt. Der junge, aus der Provinz Zeeland stammende Artist bietet einen variantenreichen Auftritt. Der trickstarke Act wird temporeich dargeboten; effektvoll wirbeln per LED leuchtende Requisiten umher und schließlich sind es vier Diabolos, die scheinbar spielerisch leicht zur gleichen Zeit manipuliert werden.
Erstklassige Hand-auf-Hand Akrobatik bietet das niederländische Duo Kira. Hochdramatisch choreographiert wirkt der auf Auftritt von Kim Dekker und Tara de Jong, der eine umfassende Auswahl hochkarätiger und kräftezehrender Tricks bietet. Ehrfürchtiges Staunen breitet sich aus, wenn zum Höhepunkt der Nummer Kim, frei auf dem Kopf der Partnerin steht, während sich diese langsam vom Stand in eine spagatähnliche Sitzposition auf dem Piedestal bewegt und völlig sicher und ruhig wieder in die Ausgangsposition zurückkehrt.

Komplettiert wird die starke und abwechslungsreiche Spielfolge mit zwei hervorragenden Luft-Darbietungen.
Zunächst zeigt Kateryna Fedorovych ihr Können an den Römischen Ringen. Enorm kraftvoll und nicht ohne Risiko erfolgen die zahlreichen Tricks dieses hervorragend in Szene gesetzten Auftritts. Weite Flüge wechseln ab mit Abfallern und Halteposen. Ein spektakulären freihändig ausgeführter Spagat krönt diesen furiosen Auftritt.
Das finale Highlight der Show bietet Alain Alegria auf dem Washington-Trapez. Die kompakte Kuppel des Zweimasters bietet der furiosen Darbietung kaum genügend Raum und die räumliche Nähe lässt die exzellente Trickfolge noch eindrucksvoller wirken. Gekonnt und konzentriert erfolgen die hochkarätigen Tricks in Perfektion und stets faszinieren die gewagten Balancen aufs Neue. Spätestens beim abschließenden Höhepunkt, der Aufnahme eines Tuches mit dem Mund von der trapezstange in vollem Schwung, sind feuchte Hände im Zuschauerraum garantiert.
Im kurzen Finale verabschiedet sich das Ensemble von seinen Besuchern, die ihrer Begeisterung mit starkem Applaus Ausdruck verleihen.
„The Magical World of Circus“ versteht es ausgezeichnet sein Publikum bestens zu unterhalten und auch unter den derzeit herrschenden erschwerten Bedingungen die Magie des Circus Wirklichkeit werden zu lassen.