optimiert



Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRQUE MEDRANO
Metz, 24. August 2019


www.cirque-medrano.fr
Die Sommertournee des „Cirque Medrano“, einer Einheit der „SARL Arena Production“ von Direktor Raoul Gibault führte während rund acht Wochen durch den Norden und Osten Frankreichs. Gehalten wurden überwiegend Eintagesplätze - ohne Ausfalltage - mit täglich drei Shows und am vergangenen Sonntag endete die Tour mit einem dreitägigen Gastspiel in Metz.
Das Circus-Equipment war nochmals für schnelles und effizientes reisen optimiert.
Durch den Einsatz eines vom Cirque Borsberg angemieteten, gelb-blau gemusterten, Zwei-Masten Chapiteau, in Kombination mit einem schnell aufbaubaren Bankgradin ohne Rückenlehnen, verringerte sich sowohl der Montageaufwand als auch die Anzahl der erforderlichen Transporte.
Der prächtige, mit weißem Löwen, Tiger, Weißclown und Elefantenköpfen dekorierte Kassenwagen bildet in Verbindung mit dem verchromten Zierzaun, über dem zahlreiche Medrano-Flaggen wehen, die Front.
Der leuchtend pink lackierte Fuhrpark war neben dem Chapiteau aufgefahren. Raubtierwagen mit Freigehege und Stall mit Koppel für die Kamele und Ponys fanden hinter dem Zelt Platz. Einige Campings und das Gehege der Hunde von Gina Giovannis komplettieren diesen Bereich.
Unter der ringsum offenen Vorzeltkonstruktion war der Verkaufscamping der Circusrestauration abgestellt.
Rot ist der beherrschende Farbton im Zeltinnern. Der raumhohe Artisteneingang mit dem beleuchteten Namenszug ist aus aus rotem Tuch. Piste, Logen und Geländer sind mit rotem Samt bedeckt und auch die Zeltplane ist im Innern rot.
Die sechs Gradinreihen und zwei Reihen Logenstühle bieten etwa siebenhundert Besuchern Platz.

Nach einem kurzen Opening - Applauswettbewerb - durch Clown Lucas Montego beginnt die Show, wie oftmals in französischen Circussen praktiziert, mit einer Raubtierdressur.
Der rumänische Dompteur Rico präsentiert die hauseigenen vier Tiger in einer umfang- und abwechslungsreichen, souverän ablaufenden Trickfolge. Pyramide, Balkenkauf und verschiedene Sprungvarianten wechseln mit Teppich und Hochsitzern gekonnt ab.
Rasch wird der Zentralkäfig entfernt und mit einem bunten Charivari des Ensembles wird das Programm fortgesetzt. Auf einen „Monsieur Loyal“ wird verzichtet, die Ansagen erfolgen aus dem Off.
Mit seinem rasanten, tänzerisch geprägten Auftritt kommt Diabolojongleur Efrem beim sehr zahlreichen Publikum gut an. Virtuos handhabt er die Requisiten und zaubert  verschiedene Muster in den Raum.
Clown Lucas Montego ist in zahlreichen Auftritten zu erleben. Der aus Brasilien stammende junge Mann spielt mit Popcorn, versucht sich mit Magie und jongliert. Im der umfangreichsten Szene, einem Baseball-Training, setzt er auf Zuschauerbeteiligung.
Ermin präsentiert sein Können auf der Rola-Rola. Auf dem labilen Untergrund springt er Seil und steigt auf eine kurze Leiter. Die abschließenden Balancen werden auf mehreren aufeinander getürmten Rollen und Ringen ausgeführt.

Zwei Zebras erobern die Manege und werden in einem flotten Ablauf von Rico zu ihren Lauffiguren angeleitet.
Ein Feuer- und Maskentanz leitet die Darbietung am Flying Pole von Rafaello Gonzales ein. Zu Beginn des Auftritts berührt der an seiner Spitze aufgehängte Metallstab noch den Boden und während er um die eigene Achse rotiert bietet der elegante Artist eine Reihe Tricks, die der Luftakrobatik entstammen. Bald darauf erfolgen die Aktionen, die hoch hinauf in die Kuppel führen.
Nun folgt der zweite Teil des hauseigenen Exotenzuges. Zwei Dromedare und ein Kamel laufen ihre Figuren, ehe vier Rinder die Piste umrunden. Als Da Capo werden vier Ponys aufgeboten.
Mit einem gelungenen Quick Change Act beginnt der zweite Teil der Show. In hohem Tempo finden die Wechsel statt und verblüffen die Zuschauer ein ums andere Mal.
Jongleur Pedro Pontigo präsentiert mit strahlendem Lächeln sein Können in hohem Tempo. Der junge chilenische Artist arbeitet zunächst variantenreiche Routinen mit bis zu fünf Keulen. Vielseitige Muster werden souverän mit fünf und sieben Ringen gezeigt, ehe mit dem notwendigen, die Spannung steigernden Gehabe neun Ringe manipuliert werden. Die abschließenden effektvollen Aktionen erfolgen mit Sombreros.

Gina Giovannis und ihre sieben Hunde komplettieren den Reigen der Tier-Darbietungen. In einem temperamentvollen und trickreichen Ablauf sind die vierbeinigen Artisten eifrig bei der Sache. Variantenreiche Sprünge bilden die Basis der Trickfolge und abschließend tollen alle Hunde auf einer Rutschbahn.
Leider ist der männliche Part des kubanischen Duo Constallation zurzeit verletzt, so das die trickstarke Darbietung nicht wie gewohnt gearbeitet werden konnte. So beschränkte sich der Auftritt auf die erstklassigen Zopfhang-Tricks der Partnerin und stimmige, ohne Sicherung ausgeführte, Aktionen am Luftring.
Zum fröhlich gestalteten Finale, bei Medrano stets von einer umfangreichen Tanzszene geprägt, kommt das Ensemble noch einmal in die Manege. Mit Einzelvorhängen für alle Mitwirkenden und dem Versprechen im kommenden Jahr mit neuer Show zurück zu kehren klingt die Show aus. Beim zahlreich erschienenen Publikum kommt das Gebotene gut an und dementsprechend die Artisten mit lebhaften Ovationen bedacht.