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Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS PIPO
Duffel, 17. Februar 2018

https://circuspipo.wordpress.com
Auch in diesem Jahr bereisen Dennis Heppenheimer und Dolly Pauwels mit ihrem Circus Pipo wieder den flämischen Landesteil Belgiens. Zu Saisonbeginn ist der Circus in der Agglomeration Antwerpens auf Tour. Alljährlich bietet man ein neues, unterhaltsames, traditionelles Programm. Die Familie Heppenheimer-Pauwels präsentiert stets beste Circusunterhaltung in ansprechender Atmosphäre und mit viel Liebe gemacht.
Das hohe Vier-Masten-Chapiteau beherrschte den Circusplatz. Der moderne Zeltbau, dessen rot-weiß gestreifte Plane bis zu den Mastspitzen empor reicht, wird von einer langen Kuppel mit drei Spitzen gekrönt und zahlreiche Flaggen wehen auf den Quertraversen der Masten. Der große Kassenwagen hatte seinen Platz unmittelbar vor dem Zelt. Die bunt bemalte Front und die funkelnden Lichter laden zum Besuch ein. Die cremeweißen Sattelzüge und Anhänger zeigen in großen roten Lettern den Circusnamen. Sie sind rings um das Chapiteau platziert und wie oftmals in unseren Nachbarländern praktiziert, ist dieses an den Fahrzeugen abgesegelt.
Großzügig bemessene Stallungen stehen den Tieren zur Verfügung und auf dem Wiesenteil des Geländes ist ein geräumiger Paddock abgesteckt.
Die zahlreichen Wohnwagen nehmen die hintere Platzseite ein.
Nostalgisch anmutende rote Logen, mit teils erhaben ausgeführtem Dekor in blau und gold, sowie ein Bankgradin stehen den Besuchern zur Verfügung.
Der große dreigliedrige Artisteneingang aus rotem Samt und dekorativen weiß-roten Säulen nimmt den hinteren Zeltbereich ein. Der wohlbestückte Verkaufswagen der Circusrestauration hat seinen Platz gleichfalls im Spielzelt.
Mittels leistungsfähiger Licht- und Tonanlagen werden die auftretenden Künstler ideal unterstützt und in Szene gesetzt.

Clown Bram, ein junger Mann aus der Hafenstadt Brügge, treibt bereits vor dem Zelt seine Späße mit dem wartenden Publikum, während des Einlasses wuselt er zur Freude der kleinen Besucher in der Manege umher.
Mit einem schwungvoll vorgetragenen Charivari, das gesamte Ensemble ist den Ablauf eingebunden, nimmt die Show ihren Beginn.
Mit der temperamentvollen Ziegen- und Hunderevue des Duo Tarantini setzt sich der Schwung des Opening fort. Zwei große Hunde und vier Ziegen unterschiedlicher Rassen zeigen in einem verspielten Auftritt ihr erlerntes Können. Sie überspringen Hürden, laufen auf den Hinterbeinen, bieten viele verschiedene Sprungvarianten, zeigen Balken- und Flaschenlauf.
Im weiteren Verlauf des Programms präsentiert Anthony Tarantini zwei Kamele und zwei Lamas in einem gemeinsamen Ablauf. Variantenreiche Abläufe erfolgen in Gelassenheit und werden vom versierten Tierlehrer souverän abgerufen.
Jongleur Rafael Gil startet seinen vielseitigen Auftritt mit einer variantenreichen Keulenjonglage. Vielseitige Routinen werden temporeich absolviert. Fünf Tennisbälle werden zum Abschluss der diversen Muster in Köchern, die an einem Gürtel befestigt sind, gefangen. Anschließend sind drei Fußbälle und ein Sprungseil die Mittel der Wahl. Überraschend der Schlusstrick dieser Passage, den man ansonsten nur mit Zigarrenkistchen sieht. Die abschließenden Touren werden mit Sombreros ausgeführt und lassen das Publikum, nicht nur bei der Runde durchs Gradin, begeistert mitgehen.

Natascha Heppenheimer bietet einen temperamentvollen Auftritt mit Hula Hoops. In vielfältiger Weise lässt die sympathische Artistin die Ringe um Arme, Beine und Körper kreisen.
Zudem übernimmt die sympathische junge Frau in den Clowns-Entrees den seriösen Part. Beim „Tell-Entree“ im ersten Programmteil schieben sich die Auguste Bram und Marquis Pauwels - ein Bruder von Dolly Pauwels - gegenseitig die Rolle des „Apfelhalters“ zu, ehe Bram den Schuss schlussendlich durch aufessen des Apfels verhindert.
In einer poetischen Szene spielt Bram, vorne auf der Piste sitzend, auf der „Singenden Säge“. Im Anschluss präsentiert er sein Können auf dem Schlappseil.
In einem weiteren Auftritt möchte Natascha Heppenheimer beweisen, dass sie eine große Magierin ist. Unter dem ungläubigen Staunen der Auguste wechselt eine Weinflasche mehrfach auf geheimnisvolle Weise von einer in eine andere Röhre. Als die Auguste glauben, den Schwindel durchschaut zu haben, erleben sie eine Überraschung.

Zu Beginn des zweiten Programmteils präsentiert Toni Heppenheimer vier mächtige rotbunte Ochsen. Gemächlich bieten sie ihr umfangreiches Repertoire an Lauffiguren.
Mancher Logenbesucher zieht beeindruckt, angesichts der Größe der Tiere und ihrer Hörner, den Kopf ein wenn sie auf der Piste auffußen und einige Portionen Zuckerwatte werden flugs in Sicherheit vor gierigen Zungen gebracht.
Nora Borissov präsentiert eine flott ablaufende Katzendressur. Die Stubentiger beherrschen ein umfangreiches Repertoire attraktiver Tricks und der Sprung durch einen Feuerreifen bildet den Höhepunkt des Auftritts.
Sarah Tarantini bietet einen erstklassigen Act am Vertikalseil. Viele Abläufe des Genres werden gekonnt präsentiert. Darüber hinaus arbeitet die versierte Artistin eine Reihe spektakulärer Abfaller, die ohne Sicherung ausgeführt werden, und die Spannung auf den Rängen ansteigen lassen.

Das Duo Borissov ist mit zwei Darbietungen in der Show zu erleben. Zunächst reitet Boris Borissov Hohe Schule und seine Partnerin begleitet die Aktionen tänzerisch. Nun wechselt die Partnerin das Genre und arbeitet eine Trickfolge an den Strapatentüchern. Boris Borissov wechselt Kostüm und Pferd und begleitet die Luft-Darbietung als Zorro auf einem prachtvollen Friesen.
Als letzte Darbietung der unterhaltsamen Show erleben wir das Duo Borissov mit seiner Stehendreiterei. Auf einem mächtigen Kaltblut-Gespann bietet das Paar ein veritables Pas de Deux. Zu einer romantischen Begleitmusik erfolgen die verschiedenen Figuren in erstklassiger Weise. Gleich darauf arbeitet die Partnerin auf dem Panneau eines Friesenhengstes einige attraktive Voltigefiguren. Zum Höhepunkt des Auftritts sehen wir Boris Borissov, nun wieder auf den Schimmel-Kaltblütern, mit formidabler Stehendreiterei. Die stimmige Trickfolge gipfelt in einem gekonnten Salto auf dem Pferderücken und der Salto von einem zum nachfolgenden Pferd wird gleichfalls perfekt dargeboten.
Mit einem stimmigen Finale verabschieden sich die Mitwirkenden vom äußerst zufriedenen Publikum..