optimiert


Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS RENZ INTERNATIONAL
Arnheim, 06. Mai 2017

http://circusrenzinternational.nl
Der Circus Renz International, Direktion Franz Renz, reist in diesem Jahr wieder in den Niederlanden. In Arnheim war der große schöne Circus auf einem Parkplatz an der Rijnhal aufgebaut.
In gelb und hellblau strahlt das gesamte Material des Circus im hellen Sonnenschein.
Die eindrucksvolle Fassade beherrscht die Straßenseite des Platzes. Sie ist einladend mit großformatigen Circusmotiven bemalt. Ein romantischer Zaun mit Lichterbögen und ein weiterer liebevoll dekorierter Sattelauflieger komplettieren die Front.
Direkt dahinter ist das hohe Chapiteau, dessen Plane bis zu den Mastspitzen empor reicht, aufgebaut. Zahlreiche Fahnen, Lichterketten und Leuchtelemente krönen Mastspitzen und Traversen. Auf ein Vorzelt musste auf Grund der Platzverhältnisse verzichtet werden und so fand der riesige Verkaufswagen der Circusrestauration seinen Platz vor dem Spielzelt.
Die zahlreichen gelb-blauen Sattelzüge des Unternehmens sind in exakter Formation aufgestellt. Die mächtigen, mit auffälligem Dekor und vielen chromblitzenden Anbauteilen versehenen Zugmaschinen stehen zu beiden Seiten der Fassade.
Stallungen und Gehege der Pferde und Kamele, sowie die zahlreichen Wohnwagen nehmen den weiteren Raum komplett ein.
Das Chapiteau ist im Innern dunkelblau und weist ein Dekor aus unzähligen weißen und roten Sternen auf. Ein sechsreihiges Schalensitzgradin und zwei Reihen Logenstühle stehen für die Besucher bereit. Die Logenbrüstungen und der raumbeherrschende Artisteneingang sind einheitlich in dunkelrotem Samt mit goldenen Bordüren gehalten.

Der Circus Renz International ist für guten traditionellen Circus mit einem ausgewogenen Dreiklang von „Tieren, Clowns und Akrobaten“ bekannt und bleibt dieser Linie auch im aktuellen Programm treu.
Mit einer harmonisch ablaufenden Freiheitsdressur vier junger weißer Araberhengste startet Franz Renz jun. die Spielfolge. Variantenreiche Lauffiguren werden unter der versierten und ruhigen Peitschenführung des erfahrenen Dresseurs souverän ausgeführt. Prächtige Da Capo Steiger runden den Auftritt in idealer Weise ab.
Im weiteren Programmverlauf präsentiert Anthony Renz zunächst acht dekorative Tigerscheck Ponys in einem schwungvollen Ablauf. Munter traben die Kleinpferde ihre Figuren und mit Barrieresprüngen findet der der Auftritt seinen gelungenen Abschluß. Wenig später leitet der junge Vorführer einen weißen Araber und ein Steppenkamel zu ihren erlernten Figuren an. Zwei Watussirinder ergänzen diese Dressurschöpfung.
Den Reigen der hauseigenen Dressur-Darbietungen komplettiert Franz Renz jun. mit einer weiteren Freiheitsdressur. Im Schwarzlicht laufen vier Hengste, die fluoreszierende „Kostüme“ tragen, ihre Figuren.

Im abgedunkelten Zelt jongliert Benjamin Pfeiffer mit beleuchteten Bällen. Bis zu sieben hält der sympathische Artist in vielfältigen Routinen sicher in der Luft. Auf Grund einer kürzlich vorgenommenen Schulteroperation kann er momentan seine Keulenjonglage nicht arbeiten. In einem Kurzauftritt zeigt einer von zwei prächtigen jungen Aras, mit denen Benjamin Pfeiffer seit wenigen Wochen trainiert, sein bisher erlerntes Können.
Die ungarische Artisten-Familie Farkas ist mit einigen Darbietung im Programm zu erleben. Tochter Denise bietet einen hervorragenden Auftritt auf dem Schlappseil. Die jugendliche Artistin jongliert gekonnt mit Ringen während ein Teller auf einem Mundstab rotiert. Sie wirbelt Twirlings umher und balanciert, bzw. jongliert auf dem Seil liegend mit Twirling, Ringen und Teller auf Mundstab. Abschließend steigt sie auf dem Schlappseil auf eine Rola-Rola und balanciert ihren Körper auf dem labilen Untergrund sicher aus.
Yozo Farkas verbreitet mit seiner Clownerie den notwendigen Frohsinn in der Show. Zunächst führt er einen heroischen Kampf gegen widerspenstiges Mikrofon. In einem weiteren Auftritt erscheint er mit Golfausrüstung in der Manege. Doch es folgt nicht die hinlänglich bekannte Reprise, sondern eine eigenständige Szene. Der Clown legt sich den Ball zum Abschlag bereit stets kommt „unplanmäßig“ ein kleiner Terrier vorbei und stibitzt das Spielgerät. Die „Hundebesitzerin“ - Ehefrau Cathy - erscheint auf der Bildfläche und wird prompt in das turbulente Spiel, der Terrier verbeißt sich in ein Sprungseil und lässt dieses nicht mehr aus, involviert.
Schließlich sehen wir das Ehepaar mit der Restaurant-Szene. Yozo gibt mit Verve den impertinenten Kellner der eine Dame schier zur Verzweiflung treibt. Natürlich endet der Auftritt mit einer veritablen Sahneschlacht.
Cathy Farkas jongliert mit selten zu sehenden Requisiten. Zwei Kugeln sind mit einem etwa sechzig Zentimeter langem Strick verbunden. Bis zu fünf solcher Gebilde werden von der Jongleurin zur gleichen Zeit sicher gehandelt.

Miss Georgina arbeitet eine temperamentvolle Darbietung an den Tuchstrapaten. Tempo geladen folgen die kraftvoll ausgeführten Tricks aufeinander. Mit weiten Flügen füllt die versierte Artistin die hohe Kuppel des Chapiteau. Eine Reihe riskanter Abfaller wird gekonnt ausgeführt und prägt die Nummer. In einem weiteren Auftritt demonstriert die junge Frau ihr Können mit den Hula Hoops. Auch diese Darbietung zeichnet rasante Ausführung und rasche Abfolge der Tricks aus.
Mit der rasanten Jockey-Reiterei der Brüder Anthony und Bernardo Renz findet die Nummernfolge ihren gelungenen Abschluss. Gekonnt vorgetragene Tricks werden von den Brüder wechselweise in hohem Tempo geboten. Die abschließenden Passagen der Darbietung zeigen gelungene Routinen eines Jongleur zu Pferd.
Mit einem stimmungsvoll gestalteten Finale verabschiedet sich die Familie Renz und alle engagierten Artisten vom zahlreich erschienenen Publikum, dass mit starkem und lang anhaltendem Beifall seine Zufriedenheit kund tut.
Das abwechslungsreiche Programm bietet beste Unterhaltung und kommt beim Publikum offensichtlich hervorragend an. Wie stets versteht es die Familie Renz traditionellen Circus in erstklassiger Weise zu präsentieren.