optimiert



Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS MANUEL WEISHEIT
Bobenheim-Roxheim, 01. Februar 2020

https://circus-weisheit.wixsite.com
Nach nur kurzer Ruhepause startete die Familie Manuel Weisheit mit ihrem Circus voller Elan in die neue Saison. Mit einem in großen Teilen neugestalteten Programm, in dem das große akrobatische Können der Familie die Akzente setzt und der mit der Präsentation eines "Transformer" eine einzigartige Attraktion geboten wird, geht es auf Tour.
In Bobenheim-Roxheim bildet das umfangreiche Material mit dem weithin leuchtenden Chapiteau den  Blickfang schlechthin an der vielbefahrenen Durchgangsstraße. Das hohe rot-weiße Chapiteau ist mit zahlreichen Lichterketten geschmückt und die rot-weiß lackierten Tonnendachwagen, von denen viele mit großformatigen Circusmotiven bemalt sind, stehen in langen Reihen entlang der Platzseiten aufgefahren. Der große Fassadenwagen mit den integrierten Kassenschaltern wird von einem nostalgisch verzierten Zaun flankiert.
Ein neu erworbener Verkaufswagen, selbstverständlich ein Tonnendachwagen, hat seinen Platz hinter dem Haupteingang.
Ein großer eleganter Artisteneingang aus edlem roten Samt, rot-weiße Logen mit bequemen Posterstühlen und ein Bankgradin bilden die geschmackvolle Zelteinrichtung.

Der Circus Manuel Weisheit ist ein Familiencircus im besten Sinn des Wortes - bestreiten die Familienmitglieder die komplette Show. Mit großem Können, sehr viel Enthusiasmus und hoher Einsatzbereitschaft wird das abwechslungsreiche, leistungsstarke und sehr unterhaltsame Programm immer wieder variiert und dargeboten. Positive Ausstrahlung und professionelle Auftreten transportieren den besonderen Charme dieses Circus lassen den oftmals zitierten Funken unmittelbar auf das Publikum überspringen.
Zu Beginn des Programms ist ein munteres Groß-und-Klein zu erleben. Viele der genretypischen Abläufe lässt Dominik Weisheit gekonnt ausführen und flott traben die beiden Pferde durch den Manegensand. Ein gelungener Steiger beschließt den Auftritt. Im weiteren Programmverlauf präsentiert der junge Tierlehrer drei Shetlandponys in einem temperamentvoll vorgetragenen und tiergerechten Auftritt, der insbesondere bei den jungen Besuchern bestens ankommt.
Clown „Dave“ ist vier Mal in der Manege präsent. Im Opening untermalt er die üblichen Durchsagen pantomimisch und „bedient“ per Fernbedienung die Lichter. Der Versuch gemeinsam mit dem Publikum mit einem Luftballon zu spielen, trifft beim Sprechstallmeister – Tim Thomsen übernimmt auch in dieser Spielzeit diese Aufgabe – auf wenig Gegenliebe. Nach zwei Ballons zum zerplatzen gebracht wurden, erlebt der strenge Ordnungshüter eine Überraschung.
Unbedingt möchte der Clown einmal das Mikrofon nutzen und in einem unbewachten Augenblick landet er den Coup, wobei er mit gekonntem Gesang brilliert. Doch unvermittelt wechselt das Playback zu einer weiblichen Stimme und mit Hilfe eines Wischmopp gelingt das Duett mit sich selbst. In der letzten Szene parodiert „Dave“ einen Handstandartisten, doch das er diese Disziplin auch ohne Hilfestellung exzellent beherrscht zeigt er dem staunenden Publikum zum Abschluss des Auftritts.

Gleichfalls in die Kategorie Comedy fällt der Auftritt von Jeanette Weisheit als Slinky, der insbesondere die jungen Besucher erreicht.
„Tanzende Teller“ präsentiert uns Tim Thomsen mit geschickten Händen in einem flotten Ablauf und zu guter Letzt finden auch vier Löffel auf einem Tablett den Weg in vier Becher.
Vier erstklassige Luft-Darbietungen beleben die Zeltkuppel.
Zunächst erzählt das „Duo Belissimo“ eine Love-Story an den Strapaten. In weiten Flügen zeigen die beiden sympathischen Artisten ihre zahlreichen, kraftvoll ausgeführten Tricks. Beide Partner agieren als Porteure und eine Reihe gelungener Solo-Tricks runden den Auftritt erstklassig ab.
Die vier Gebrüder Weisheit arbeiten einen mitreißenden Auftritt an den Römischen Ringen. Eine große Auswahl kräftezehrender Tricks erfolgen in exzellenter Ausführung. Kreuzhang, Aufschwünge und Handstände, Klimmzüge an einem Arm und eine Reihe Partnertricks werden in scheinbarer spielerischer Leichtigkeit ausgeführt.
Jaqueline Quaiser arbeitet eine dynamische Darbietung an Strapatentüchern. Gekonnt präsentiert die junge Frau die verschiedenen Posen und Flugelemente. Etliche risikoreiche Abfaller bieten den notwendigen Nervenkitzel.
Ihre Kür am Luftring hat Mary-Ann Weisheit nun erweitert. Mehrfach kehrt das Requisit in die Manege zurück und mit verschiedenen Handstandfiguren wird die Trickfolge in der Luft aufgelockert.

Vor der Pause ist die neue große Attraktion der Show zu erleben – der Transformer hat seinen großen Auftritt. Dichter Nebel wabert durchs weite Rund und im schummrigen Licht röhrt ein schwerer Motor. Dann rollt ein gelber „Sportwagen“ in die Manege und nach ein paar kurzen Manövern erhebt sich unter den erstaunten Ausrufen der Besucher das Vorderteil des Fahrzeugs empor. Die Metamorphose des Fahrzeugs zu einer mehrere Meter hohen Robotergestalt mit ihren blitzenden blauen und roten Lichtern und den zu Armen mutierten Türen schlägt die Zuschauer in ihren Bann.
Jasmin und Jaqueline Quaiser präsentieren gemeinsam eine temperamentvolle Hula Hoop Darbietung. Rasant werden die Ringe manipuliert, wobei die Schwestern sowohl synchron als auch solo die vielseitigen Figuren ausführen
Josefine erzählt mit ihrer harmonisch aufgebauten Kautschuk-Darbietung eine kleine Geschichte. Geschmeidig reiht der Teenager die Tricks aneinander. Mit gutem Balancegefühl werden die verschiedenen Posen eingenommen und zum Höhepunkt des Auftritts setzt sie mit einem strahlenden Lächeln, sich rückwärts biegend, mit den Füßen einen Zylinderhut auf den Kopf.
Das akrobatische Highlight der Show bieten Dominik und Jessy mit ihrer exzellenten Hand-auf-Hand Darbietung. Anspruchsvolle und Kräfte zehrende Tricks in enormer Zahl erfolgen in hervorragender Ausführung. Mit fließenden Übergängen werden die hochkarätigen Elemente zu einer erstklassigen Einheit verschmolzen.
Auch in dieser Saison bleibt man seiner Linie (leider) treu und verzichtet auf ein Finale. So endet die erstklassige Vorstellung mit den dürren Abschiedsworten von Tim Thomsen recht unvermittelt und dem Publikum wird die Möglichkeit genommen seine deutlich sichtbare Begeisterung ob eines erstklassigen Programms zum Abschluss der Veranstaltung noch einmal zum Ausdruck bringen zu können.