Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS ARENA
Bad Hersfeld, 19. September 2026

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Der Circusplatz in Bad Hersfeld bot dem schmucken Circus der Familie Markus Frank den perfekten Rahmen, sich in Bestform zu präsentieren. Der große Circus besticht zum einen durch sein exzellentes Aussehen und begeistert darüber hinaus mit leistungsstarken und temperamentvoll präsentierten Programm. Mit Fleiß, unermüdlichem Einsatz und großem Können versteht es die Familie Frank ausgezeichnet ihr zahlreich erschienenes Publikum bestens zu unterhalten.
Das Hohe Vier-Masten-Chapiteau ist weithin sichtbar und sein elegantes rot-weißes Streifendekor leuchtet im Licht des milden Herbsttages. Die feinen blauen Applikationen verleihen den Konturen des Zeltbaus Struktur. Acht extrem hohe Quaderpools verleihen der Kuppel des mächtigen Zeltbaus Volumen.
Der eindrucksvolle Kassenwagen bildet das zentrale Element der attraktiven Front des Circus. Die Flächen seitlich der Kassenschalter sind in vorzüglicher Weise in Airbrushtechnik mit den Konterfeis der Direktionsfamilie bemalt und die goldenen Säulen, die das weit herausragende Vordach tragen funkeln im Schein unzähliger Lichter. Zwei weitere Wagen, mit schwungvoll geschweiften Fassaden und gekonnt mit Cirusmotiven bemalt, flankieren die Front. Ein neuer edler Zierzaun mit Lichterbögen und ein großes Eingangsportal, das in illuminierten Lettern den Circusnamen trägt, ergänzen das Arrangement.
Die königsblau lackierten, mächtigen Zugmaschinen sind in einer Reihe aufgefahren und der sehr gepflegte Fuhrpark ist entlang der Platzseiten abgestellt.
Stall und sehr großzügig bemessene Koppeln der Circustiere nehmen das weitere Gelände ein.
Der Blickfang im Chapiteau ist der prächtige, bis hoch in die Kuppel reichende Artisteneingang aus dunkelrotem Samt, der mit reichen goldfarbenen Verzeirungen zusätzlich aufgewertet ist. Auf einer vorgebauten hohen Empore hat der Schlagzeuger, der die Musik live untermalt seinen Platz.
Ein sehr steil ansteigendes Schalensitzgradin und Logen mit Polsterstühlen füllen den Raum rings um die Manege restlos aus.
Ein gut abgestimmtes Lichtdesign und hervorragend ausgewählte Begleitmusiken setzen die temporeich und ohne Längen inszenierte Show hervorragend in Szene.

Die vier Damen des hauseigenen Balletts gestalten mit einer schwungvollen Choreographie das Opening. Juniorchef Gitano Frank begrüßt das zahlreich erschienene Publikum und ist im weiteren Verlauf der Show als versierter Manegensprecher präsent. Er teilt sich diese Aufgabe mit dem Senior des Hauses – seinem Großvater Georg Frank. Mit Herzblut, Hingabe und viel Charme kommt dieser seiner Aufgabe nach, vermittelt den Besuchern vielseitige Informationen und stellt seine große Familie eloquent vor.
Die attraktive Spielfolge wird von einer Reihe erstklassiger Luftdarbietungen geprägt und startet mit einem schwungvollen Act an einem Kronleuchter. Angelina Frank und Angela Lauenburger bieten in gekonnter Weise eine Reihe gelungener Aktionen. Der harmonische Ablauf enthält auch risikoreiche Aktionen, z.B. einen Abfaller in die Arme der Partnerin.
Zudem sind die beiden jungen Frauen mit ihren Solo-Luftdarbietungen zu erleben. Miss Angelina agiert an weißen Strapatentüchern. Weite Flüge und vielseitige Haltefiguren bestimmen den Ablauf und eine Reihe risikoreicher Abfaller sorgt für den notwendigen Nervenkitzel.
Angela Lauenburger beeindruckt mit einer umfassenden Trickfolge im Luftnetz. Die vielseitigen Abläufe werden gekonnt und elegant gearbeitet und ein eindrucksvoller Nackenhang krönt den Auftritt.

Drei Darbietungen mit Tieren sind derzeit im Programm des Circus Arena zu erleben. Zunächst präsentiert Giordano Frank, der zehnjährige ist der jüngere Sohn von Gitano Frank, sechs Tigerscheck Ponys. Versiert und völlig selbständig lässt der Nachwuchstierlehrer die variantenreiche Nummer ablaufen und mit Barrieresprüngen findet der Auftritt seinen gelungenen Abschluss.
Sein Bruder Santino lässt eine verspielte Hundemeute ihr Können zeigen. Vielerlei Sprungvarianten bilden den Schwerpunkt des Auftritts.
Mit einer orientalisch inspirierten Choreographie stimmt das Ballett auf den großen Exotenzug des Hauses ein. Zunächst bringt Gitano Frank vier große, prachtvolle Steppenkamele in die Manege und lässt eine vielseitige und abwechslungsreiche Laufarbeit absolvieren. Dann kommen mehrere Rinder verschiedener Rassen hinzu und beeindrucken mit ihren mächtigen Hörnern. Schließlich zeigen sich zwei Lamas als geschickte Springer.

Vier Auftritte steuert Clown Emilio zum gelungenen Programm bei. Zunächst ist ihm der Auftrittsapplaus zu gering und als es dann nach mehreren Versuchen zufriedenstellend funktioniert, interagiert er in bekannterweise mit Popcorn mit dem Publikum. Bald darauf initiiert er mit fünf Herren aus dem Publikum einen veritablen Boxkamp, bei dem der Clown selbverständlich durch KO verliert. Ein Ball von etwa einem Meter Durchmesser wird zum Spielgerät mit dem Besucher und Clown hantieren. In der letzten Szene wirkt wiederum ein Besucher mit. Die beiden Akteure jonglieren mit „Luft-Revolvern“ und schließlich kommt es zum großen Shutdown.
Gekonnte Trampolin-Akrobatik, wilde Kaskaden und stimmige Slapstick-Komik sind die Zutaten mit denen Marcello Frank in einem weiteren humorvollen Auftritt das Publikum bestens unterhält.
Aus der Ukraine kommt Alex. Er jongliert im Schwarzlicht variantenreich einen Röhrenkubus.
Seine Partnerin Olena ist mit einem spektakulären Act am Schwungtrapez zu erleben. In hohem Tempo schwingt das Requisit weit aus, während die Artistin Saltos, spektakuläre Pirouetten und Abfaller arbeitet.

Eine fulminante Flaschenstuhl-Darbietung arbeitet Gitano Frank. Auf einem hohen Sockel, der dem Pariser Eiffelturm nachempfunden ist, stehen wir dickbauchige Flaschen und auf diesen baut er seinen labilen Turm aus Stühlen auf. Mit erstklassig ausgeführten Handständen arbeitet er sich nach und nach in die Höhe und als er endlich die Kuppel erreicht hat schwankt der Turm deutlich. Doch der Handstand gelingt perfekt.
Die „Gebrüder Arena“, Gitano und Marcello Frank, performen die Finalnummer auf dem Todesrad. In hohem Tempo rotiert das mächtige Requisit und mit stimmiger Ausleuchtung, sowie Seniorchef Georg Frank am Mikrofon, wird der perfekte Rahmen für diesen Auftritt geschaffen. Zahlreiche Aktionen in und auf dem Rad steigern die Spannung auf den Rängen und Erleichterung macht sich breit, wenn die beiden verwegenen Artisten wieder wohlbehalten in der Manege stehen.
Nahtlos schließt das große Finale an, in dem alle Mitwirkenden noch einmal in der Manege erscheinen. Frenetischer Applaus des restlos begeisterten Publikums hält die Akteure lange an ihrem Platz.
Stets versteht es die Familie Frank eindrucksvoll mit einem traditionellen Circusprogramm, das mit Können und Herz dargeboten wird, ihr Publikum zu begeistern.
https://www.zirkus-charles-knie.de/