Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS BARELLI
Frankfurt, 17. Juli 2026
https://gebrueder-barelli.de


Gut zwei Jahre nach der Weltpremiere ihres neuen großen Circus gastiert die Familie Spindler erneut in Frankfurt und präsentiert den „schönsten Circus des Universums“, wie man selbstbewusst annonciert. Die glanzvolle elegante Aufmachung bietet ein faszinierendes Panorama und eine große, komplett neue Show unterhält bestens.
Eindrucksvoll präsentiert sich das Unternehmen auf dem städtischen Festplatz. Ein aufwändig ausgeführter, reich verzierter Stakettzaun flankiert das Eingangsportal. Die Lichterbögen und Messingkandelaber an den hohen schlanken Säulen setzen die Front mit opulenter Beleuchtung perfekt in Szene. Der Kassenwagen, ein exzellent restaurierter Oberlichtwagen mit vier Countern, komplettiert das Arrangement. Zahlreiche liebevoll restaurierte und authentisch eingerichtete Oberlichtwagen komplettieren das Arrangement.
Das „einzige rollende Circusmuseum“, in einem eigenen Zelt untergebracht, das der Circus Gebrüder Barelli mitführt bietet enthält eine Reihe interessanter Exponate.
Dieses glanzvolle Arrangement ist die passende Staffage die eindrucksvollen neuen Zeltanlagen perfekt in Szene zu setzen und ohne Zweifel ist die neue Zeltanlage der Star.
Zwei riesige, jeweils aus elf Segmente zusammengesetzte, Mastbögen – weiß beschichtet und komplett mit LED-Lampen bestückt – spannen sich hoch über den schneeweißen Zeltpalast. Die rote Kuppel und die roten Spitzen, an denen die Plane aufgehängt ist, bilden einen lebhaften Kontrast und in großen blauen Lettern leuchtet der Namenszug in alle vier Himmelsrichtungen von der Plane herab. Das große Vorzelt wird in gleicher Weise von drei Mastbögen überspannt und gerade in der Dunkelheit geht von dem strahlend hell beleuchteten Komplex ein magischer Zauber aus.
Der umfangreiche „normale“ Fuhrpark des Unternehmens präsentiert sich gleichfalls in erstklassigem Zustand und nimmt die beiden Platzseiten ein.
Ein riesiger Stall, er bietet den Pferden und Kamelen eine erstklassige Unterkunft, nimmt die rückwärtige Seite des Geländes ein.
Das geräumige Vorzelt bietet eine hohe Aufenthaltsqualität. Zahlreiche dekorativ gestaltete Verkaufsstände halten ein umfassendes Sortiment bereit, das keine Wünsche offen lässt. Sitzgruppen laden zum verweilen. Viel roter Stoff an den Zeltwänden und ebensolcher Teppich sorgen für eine angenehme Atmosphäre, während das Orchester während des Einlasses bereits für die richtige Stimmung sorgt. Angesichts des sehr sommerlichen Wetters wird auch der Biergarten vor dem Zelt stark angenommen.
Den Blickfang im Spielzelt bildet der bestens bekannte überaus prächtige Barelli Artisteneingang, der dem erstklassig aufspielenden Orchester einen adäquaten Rahmen bietet.
Das luxuriöse Einzelklappsitz-Gradin sorgt für höchsten Sitzkomfort. Die gepolsterten Sitze sind großzügig dimensioniert und bieten viel Beinfreiheit und mit seinen vierzehn steil ansteigenden Reihen füllt es den Raum restlos aus.
Die umfangreiche Beleuchtungsanlage ist an zwei großen, hoch in der Kuppel hängenden Gitterrohrringen montiert.
Die aktuelle Show ist völlig neu inszeniert und enthält nur wenige Anklänge an das vergangene Jahr. Das Opening gestalten zunächst Anthony und Timmy Barelli mit romantischem Trompetenspiel und Clown Pieric ist ebenfalls zugegen. Franz Barelli kommt, in seiner Eigenschaft als Manegensprecher hinzu und die Artisten kommen über die Treppenaufgänge, das Publikum mit Konfetti verwöhnend, in die Manege zu einem bunten Charivari. Seniorchef Harry – Eschi - Spindler übernimmt in seiner einmaligen, unnachahmbaren und höchst eloquenten Art die Begrüßung der zahlreichen Besucher.
Die erste Darbietung performen die Rivera Brothers auf dem US-Todesrad. Zahlreiche Aktionen in den Kesseln stehen am Beginn des Auftritts und finden Ergänzung in Blindlauf und Seil springen auf der Außenbahn.
Vielseitige Clownerie und Komik,von einer Reihe verschiedener Akteure geboten, nimmt breiten Raum ein in dieser Show. Da ist zunächst Clown Pieric, dessen Rechen mit dem er die Manege harken soll, sich alsbald als Blasrohr entpuppt, mit dessen Hilfe er eine Pfauenfeder auf seine Stirn befördert. Später sehen wir seine hervorragend gerittene Hohe Schule auf einem großartigen Kostümpony. Im Zusammenspiel mit Franz Barelli werden die Schmerzen nach einem Klaps augenblicklich weggewischt durch einen Kuss.
Anthony Barelli, der Zwölfjährige ist der jüngste Spross der Direktionsfamilie, hat sich im vergangenen Jahr zu einem sehr guten Trompeter entwickelt. Im Zusammenspiel mit seinem Opa Eschi bringt er eine schwungvolle Version von „musizieren ist hier verboten“ in die Manege.
Timmy Barelli kommt in der aktuellen Produktion nur zu einer Reprise in den Roten Ring. Sein Bruder Franz möchte das Publikum mit dem live gesungenen Klassiker „O Sole mio“ erfreuen, doch wird er mehrfach durch Timmy gestört und unterbrochen. Schließlich zeigen sich die beiden gemeinsam als gute und stimmgewaltige Sänger.
Auch die Auftritte eines Roboters in Hundeform, er kann laufen, hochsitzen und durch einen Reifen springen, und eines „Slinky“, dessen Auftritt den Netzabbau überbrückt, sind dem komischen Fach zuzurechnen.
Selbstverständlich ist die Direktionsfamilie in weiteren Auftritten zu erleben.
Die vier Tänzerinnen des Balletts leiten mit einer orientalischen Phantasie die kombinierte Kamel- und Pferdefreiheit ein. Gekonnt lässt Franz Spindler-Barelli in dem harmonischen Ablauf vier Kamele zusammen mit drei weißen Araberhengsten ihr erlerntes Können präsentieren. Souverän agiert der erfahrene Tierlehrer und ein gelungener Steiger krönt den Auftritt.
Auch der Hohen Schule im spanischen Stil von Ramona Barelli gibt das Ballett den stimmigen Rahmen. Auf dem temperamentvollen Andalusier „Quiero" bietet die charmante Amazone eine breite Palette an Lektionen der Reitkunst dar.
Die äußerst temperamentvoll vorgetragene – nun im Heavy Metall Look - und bestens bekannte Hula Hoop Darbietung von Ashley Barelli reißt das Publikum förmlich von den Sitzen.
Die sehr elegante und stimmungsvoll vorgetragene Kür an den Tüchern von Salima Folco verzaubert das Publikum immer wieder und erhält im ersten Programmteil den stärksten Applaus.
Bounce-Jongleur Francesco Barelli begeistert vor der Pause die Besucher. Der Fünfzehnjährige verfügt über eine große Portion Showmanship und präsentiert seine variantenreichen Routinen mit cooler Attitüde. Bis zu fünf Bälle beherrscht der Nachwuchsartist sehr sicher und gekonnt, jongliert diese sowohl „nach oben“, als auch eine Treppe hinunter. Schließlich fährt sein Piedestal enorm hoch aus und auf dem leicht schwankenden Untergrund werden die Routinen in der Kuppel fehlerfrei ausgeführt. Zum Höhepunkt des Auftritts werden sieben Bälle jongliert.
Die Gebrüder Tonitos aus Spanien bieten eine furiose Kür auf dem Seil. Im eleganten Torerokostüm zeigen sie in einem temperamentvollen Ablauf eine Vielzahl Schrittfolgen und verschiedenster gelungener Sprünge und schließlich gipfelt der Auftritt in einem Sprung durch einen Feuerring.
Nach der Pause sorgen die Flying Milla für Nervenkitzel in der Circuskuppel. Ein Voltigeur und zwei Damen bieten eine ansprechende Trickfolge, die in einen dreifachen Salto und eine Passage mündet.
Als Finalnummer ist die große Illusionsshow der „Magic Luna“ zu erleben. Mit großer Geste präsentieren der Magier und seine fünf Assistentinnen eine Reihe verblüffender Großillusionen.
Das große Finale, im Hause Barelli stets umfangreich und stimmungsvoll in Szene gesetzt, wird von Timmy Barelli mit einem live gesungenen italienischen Volkslied eingeleitet. Nacheinander kommt das Ensemble dazu und wird vom restlos begeisterten Publikum gefeiert. Mit frenetischem Applaus und Standing Ovations drückt man seine Zufriedenheit mit dem Gebotenen aus. Auch in dieser Saison versteht es die Familie Spindler ausgezeichnet ihr Publikum mit einer sehenswerten Show in einem sehr feinen Rahmen bestens zu unterhalten.