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Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS BUSCH
Mönchengladbach 08. Februar 2020

https://busch-berlin.com
Die Tournee 2020 des Circus Busch von Hardy Scholl begann bereits Anfang Februar in Möchengladbach. Das tempogeladene, spannungsreiche Programm setzt auf die drei Säulen des traditionellen Circus und wird in einem stimmigen Umfeld mitreißend präsentiert.
Auf dem Circusplatz in der Lirupper Straße präsentiert sich das Unternehmen in erstklassiger Weise. Unzählige Lichter illuminieren die Bögen des Frontzaunes, den mittig platzierten Kassenwagen und die Abseglungen der Zeltanlagen.
Das moderne Vier-Masten Chapiteau zeigt ein rot-weißes Streifendesign mit zahlreichen feinen goldenen Applikationen. Das Vorzelt, im gleichen Design, ruht auf vier Masten die in einer Reihe stehen.
Der Fuhrpark ist strahlend weiß mit roten Fahrgestellen lackiert und auf den Frontwagen ist in großen Lettern der Namenszug „Circus Busch aus Berlin“ auf den Dächern angebracht.
Den Innenraum des mit rotem Teppich ausgelegten Vorzeltes teilen sich der Verkaufswagen, Popcornstand und Bratwurststation sowie diverse Sitzgruppen.
Acht hohe Gittermast-Quaderpools formen die Kuppel des im Innern roten Spielzeltes. In Verbindung mit der überwiegend roten Einrichtung – sechsreihiges Klappsitzgradin, Logen, und der hohe, goldfarben abgesetzte Artisteneingang sind in dem Farbton gehalten – vermittelt es eine heimelige Atmosphäre.
Mit der wahrlich beeindruckenden Lichtanlage wird die Show virtuos und gekonnt in Szene gesetzt und die Tonanlage zeigt sich ihren Aufgaben gleichfalls mehr als gewachsen.

Die vier Damen des hauseigenen Balletts gestalten temperamentvoll das Opening.
Direktor Hardy Scholl übernimmt in sehr angenehmer Weise die Aufgaben des Sprechstallmeisters und begrüßt die Besucher im bis auf den letzten Platz besetzten Zelt.
Mit der ersten Darbietung, Talina Scholl präsentiert ihr Können an den Strapatentüchern, setzen sich Tempo und Schwung des Opening fort. Rasant bietet die jugendliche Artistin weite Flüge und zahlreiche, teils risikoreiche Abfaller.
Gemeinsam sind Jasmin und Talina mit fröhlich präsentierter Clownerie zu erleben. Talina, im coolen Streetgang Style, unterläuft immer wieder die Versuche von Jasmin ihre Musik zu präsentieren. Im zweiten Auftritt tanzen die beiden ausgelassen durch die Manege, doch den strengen Manegensprecher können sie nicht überzeugen, so dass zunächst das Musikabspielgerät und schließlich auch die beiden „Tänzerinnen“ in einer Mülltonne landen.
Variantenreiche Tempojonglagen sind das Metier von Alfred Scholl und Armando Sperlich. Die zahlreichen Routinen mit Keulen werden von den mit cooler Attitüde daherkommenden Artisten abwechselnd ausgeführt. Verschiedene Pasings mit bis zu sechs Keulen bringen Abwechslung in den Ablauf und schließlich hält Alfred Scholl sieben Ringe sicher in der Luft.
Im zweiten Programmteil findet Clown „Charly“ - René Scholl - im Handumdrehen drei Mitspieler und präsentiert mit ihnen in flott ablaufendem Spiel eine sehr unterhaltsame Version der „Opera“.

Mit zwei attraktiven Darbietung ist Anastasia Rogall im Programm vertreten. Zunächst arbeitet sie auf einer Plattform, die von einem Metallbogen überspannt wird, eine kombinierte Kautschuk- und Handstand-Nummer. Gekonnt werden die vielseitigen Tricks im Adagio-Stil ausgeführt.
Im zweiten Teil des Programms sehen wir ihre Luft-Darbietung im Netz kombiniert mit einer Waterbowl. Kraftvoll erfolgen die Tricks in der Kuppel und stets enden die raumgreifenden Flüge in den Fluten. Elegante Handstände auf dem Beckenrand runden den Auftritt gekonnt ab.
Vor der Pause sorgen die „Universal Rider“ mit ihren verwegenen Fahrten im „Globe of Death“ für Adrenalin im restlos besetzten Haus. Zunächst bugsiert ein Fahrer seine Maschine durch den schmalen Gang zwischen Logen und Gradin, ehe es auf die ersten Touren in den – laut Ansage „kleinsten Globe der Welt mit nur drei Meter fünfzig Durchmesser“ - geht. Eine Besucherin darf, in der Mitte der Kugel stehend, die rasante Fahrt aus nächster Nähe genießen. Zu guter Letzt sind drei Fahrer auf kreuzenden Bahnen in höchstem Tempo unterwegs.
In der Pause erleben wir modernes „Pony reiten“. Mit ungeheurer Begeisterung nehmen die jüngsten Besucher die Gelegenheit war, vor einem der verwegenen Motorradartisten sitzend, auf den laut röhrenden Maschinen einige Runden um die Manege zu drehen. Angesichts des Besucherandrangs hatte die Pause durchaus ihre Länge.

Mit zwei harmonischen Dressur-Darbietungen ist Marylin Zinnecker zu erleben. Souverän präsentiert die sympathische Tierlehrerin zwei prächtige Kamele im Zusammenspiel mit zwei mächtigen Friesenhengsten. Variantenreiche Lauffiguren erfolgen in einem flotten Ablauf. Im zweiten Auftritt präsentiert Marylin Zinnecker einen als „Einhorn“ aufgezäumten weißen Araberhengst. Die romantisch inspirierte Interaktion findet in engem Kontakt von Mensch und Tier statt und mit einigen fulminanten Steigern erreicht der Auftritt seinen gelungenen Höhepunkt.
Mit der dritten Tier-Darbietung stellt Talina Scholl ihre Vielseitigkeit eindrucksvoll unter Beweis. Vier muntere Hunde wuseln in dem neu einstudierten Act munter umher und leisten voller Spielfreude und Eifer den Kommandos Folge. Vielfältige Sprungvarianten bilden den Schwerpunkt der Dressurfolge.
Selbstverständlich rocken zum Abschluss der Nummernfolge die „Gebrüder Scholl“ mit ihrem fulminanten Auftritt auf dem Trampolin das Zelt. Sie begeistern ihr Publikum mit Können und Ausstrahlung. Gebannt und fasziniert werden bei Alfreds abschließendem dreifachen Salto die Daumen gedrückt.
Das Ballett leitet das schwungvoll präsentierte Finale ein. Direktor Hardy Scholl stellt die Mitwirkenden noch einmal vor und mit Standing Ovations feiert das restlos zufriedengestellte Publikum die Akteure.