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Text und Fotos Friedrich Klawiter
CLASSIC CIRCUS
Bad Nenndorf, 26. Juli 2015


www.classic-circus.de
Alljährlich gastiert der Classic Circus von Althoff Karl Köllner für einige Wochen an Möbelhäusern Niedersachsens als besonderes Kunden-Event zur Ferienzeit. Täglich werden während der Geschäftszeiten drei unterschiedliche Vorstellungen gegeben.
Auf dem Parkplatz des großen Möbelhauses Heinrich in Bad Nenndorf war der schmucke Circus zum 14. Mal aufgebaut. Eine sehr aufwändig in perfekter Hochglanzlackierung gestaltete Fassade empfängt die Besucher. Ein aufgemalter roter Vorhang gliedert die Fläche, Steigerpferde und Clownsfiguren leuchten vom blauen Untergrund herab. In nostalgischen Lettern strahlt der Circusname am oberen Rand. Die Leuchtschrift darüber tut kund, dass die Kassenschalter gleichfalls hier zu finden sind.
Ein modernes weißes Zweimastenzelt ist die Spielstätte des Classic Circus. Die Rundleinwand steht nicht senkrecht sondern folgt den äußeren Abseglungen, so dass der Zeltbau voluminöser dasteht.
Zahlreiche Wohnwagen sind um die Zeltanlagen platziert. Die großzügige Raubtieranlage der beiden Leoparden von Monsieur Larott und ein kleiner Streichelzoo haben ihren Platz gleichfalls neben dem Chapiteau.
Die bestens sortierte Circusrestauration – mit frischem Popcorn, Zuckerwatte und Crêpes – hat ihren Platz im Spielzelt.
Ein sehr steil aufragendes Bankgradin, mit allerbesten Sichtverhältnissen von allen Plätzen steht den Besuchern zur Verfügung.
Ein edel gestalteter Artisteneingang aus rot funkelndem Samt mit goldenen Schmuckborden nimmt den hinteren Bereich des Zeltes ein. Eine flache rot-weiße Piste rahmt die Manege, die passgenau mit einem roten Teppich - der bis hinter die Gardine reicht - ausgelegt ist, ein.

Die drei Vorstellungen des Tages, von denen eine jede ca. siebzig Minuten dauert, bieten unterschiedliche, hochkarätig besetzte Programme und waren allerbestens besucht.
Direktor Althoff Karl Köllner begrüßt wortgewaltig sein Publikum und führt als souveräner Sprechstallmeister durch die Show, seine Artisten und ihre Leistungen dabei stets ins rechte Licht rückend.
Das Duo Liv und Tobi ist mit zwei verschiedenen Darbietungen zu erleben. Zu Beginn einer der Shows sehen wir ihre tänzerische Partnerakrobatik, die sich um und durch einen Bilderrahmen rankt. Ihren Hauptact arbeiten Liv Knoche und Tobias Willasch, sie haben im vergangenen Jahr die Ausbildung an der Circus- und Artistenschule abgeschlossen, am Trapez. Mit ihrer Trickfolge erzählen sie eine kleine Geschichte, in der der ein wenig tolpatschige Tobi von der forscheren Liv bei den Tricks unterstützt wird.
Michelle, elfjährige Tochter des Direktors, präsentiert ihr bereits beachtliches Können mit den Hula Hoops. Geschickt agiert das junge Mädchen mit den verschiedenen Ringen, die in den verschiedensten Variationen um Körper, Arme und Beine kreisen.
Der neunjährige Kalli junior bringt als „Indianer Jones“ zwei Reprisen zur Freude der Besucher in den roten Ring. Der junge Dompteur unternimmt mehrere Versuche, eine gefährliche und lautstark brüllende „Bestie“ in die Manege zu bringen. Schließlich gelingt es ihm mit, Hilfe von drei Kindern aus dem Publikum, das „wilde Tier“ an einem dicken Tau hinter dem Vorhang hervor zu ziehen. Im zweiten Auftritt dürfen ein Zuschauer und der Direktor erraten um welches Getränk es sich handelt.
Jeanette Frank bietet gleichfalls eine Hula Hoop Nummer. In hohem Tempo agiert die charmante Artistin. Unterstützt durch temperamentvolle musikalische Begleitung reißt sie das Publikum mit und sorgt gleich zu Beginn einer Show für enorme Stimmung im Rund.

Eine stimmungsvolle und harmonische Arbeit bietet Alison Togni an Strapatentüchern. Viele relevante Tricks des Genres, raumgreifende Flüge und elegant dargebotene Haltetricks erfolgen in erstklassiger Ausführung. Auf spektakuläre Abfaller muss angesichts der geringen Kuppelhöhe des Zeltes verzichtet werden.
Die nur wenige Meter messende Manege und die daraus resultierende große Nähe zu den Akteuren lässt die Auftritte unmittelbar in allen Details erleben und um einiges spektakulärer wirken, als dies mitunter in großen Chapiteaus der Fall ist.
So auch bei der Hand-auf-Hand Darbietung der Curatola Brothers. Die versierten Akrobaten arbeiten ihren bestens bekannten Act temperamentvoll und mit viel Showmenship. In erstklassiger Ausführung erfolgen die Handstände, Einarmer und Saltos.

Die Rossyann Clowns begeistern mit ihren Späßen und ihrer großen Musikalität. „Hector“, alias Maurin Rossi, ist während aller Shows omnipräsent. Bereits während des Einlasses wuselt er umher und hilft, wenn Not am Mann ist, auch beim Popcornverkauf mit. Das musizieren auf den Fingerpfeifen und einem „Staubwedel“ findet großen Anklang. Gleiches gilt für die gekonnte Jonglage mit spitzen weißen Hüten, die quer durch das Zelt segeln und sicher auf dem Kopf des Adressaten landen. Als letzte Nummer des Tages bieten sie ihr großes, von viel Musik auf den unterschiedlichsten Instrumenten geprägtes Entree. Mit großer Spielfreude geht das Trio zu Werke und bietet beste traditionelle Clownerie. Man spielt auf Xylophonen, ein „musikalisches Jackett“ kommt zum Einsatz, Saxophone erklingen und eine Opera auf Blasebälgen finden, genauso wie die Gags von „Hector“ großen Anklang auf den Rängen. Nach dem abschließenden Medley bekannter Melodien, dass die Clowns auf ihren Trompeten mitreißend bieten, Maurin Rossi spielt dabei auf zwei Instrumenten zur gleichen Zeit, feiert das Publikum die Rossyann Clowns begeistert.

Tennisjongleur Rogerio Goncalves lässt ein Racket auf den Devil Sticks tanzen. Virtuos handhabt er seine Requisiten und reiht vielerlei unterschiedliche Figuren aneinander. Anschließend werden drei, bzw fünf Tennisbälle jongliert und in kleinen Köchern am Gürtel zum Ende der Routinen sicher gefangen. Bumerangs fliegen dicht über die Köpfe der Zuschauer und der letzte rotiert nach seiner Landung auf der Nasenspitze des Jongleurs.
Zum Höhepunkt des Auftritts hält Rogerio Goncalves zwei Tennisschläger parallel mit seinen Devilsticks sicher in der Luft und jongliert sie nach einer Pirouette sicher weiter – eine erstklassige Leistung die man nicht oft geboten bekommt.
Finalnummer der zweiten Show ist Monsieur de Larott mit seinen Raubtier-Illusionen. Mit großer Fingerfertigkeit und klassischen, heute nur noch sehr selten gebotenen Tricks verblüfft der Magier seine Zuschauer. Zunächst schwebt ein Zauberstab im Schwarzlicht, dann werden verschiedene Tücher gekonnt manipuliert. Nach und nach „verspeist“ Monsieur Larott Dutzende Rasierklingen um sie am Ende seiner Darbietung fein säuberlich auf einer Schnur aufgereiht aus dem Mund wieder ans Tageslicht zurück zu befördern. Ein Tuch wird aus einem Karabiner geschossen und verknotet sich dabei mit zwei anderen. Zum Abschluss tauscht ein großer weißer Hase, der zuvor aus dem Nichts auf die Bühne gezaubert wurde, seinen Platz mit einem Leoparden. Diesen präsentiert der Magier außerhalb seines Käfigs, nur mittels einer Kette in seiner Hand gesichert.
Jede der Shows endet mit einem schwungvollen Finale, in dem Direktor Althoff Karl Köllner seine Artisten noch einmal vorstellt. Das zahlreiche und ob des Gebotenen begeisterte Publikum feiert die Mitwirkenden mit frenetischem Beifall.
Einmal mehr bietet Direktor Kalli Köllner hervorragende, stimmungsvoll präsentierte beste Unterhaltung in seinem Classic Circus.