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Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS ALADIN
Ransbach-Baumbach, 18. Mai 2018

www.circus-aladin.de
Der Circus Aladin von Hans-Joachim Kaselowsky und seiner Familie reist aktuell im Westerwald. Das gepflegte, schmucke Unternehmen überzeugt mit einem unterhaltsamen Programm, das in einem ansprechenden Rahmen gekonnt präsentiert wird.
Der rote, dekorativ mit Steigerpferden, Elefant, Clownskopf und Raubtieren bemalte Fassadenwagen beherbergt auch die Kassenschalter und lädt mit seinen zahllosen Lichtern zum Circusbesuch ein. Flankiert wird er von einem nostalgischen weißen Zierzaun mit Lichterbögen.
Die Zeltanlagen - Zwei-Masten Chapiteau, großes Vordach und Stallanlagen - erstrahlen in frischem weiß mit dunkelroten Absetzungen.
Der gepflegte Fuhrpark, weiß lackiert mit roten Absetzungen, ist mit dem blau-gelben Logo des Unternehmens beschriftet.
Die im Innern blaue Plane des Spielzeltes wird von unzähligen weißen Sternen geziert und ein großer, eleganter Artisteneingang aus schwerem rotem Samt mit goldenen Applikationen nimmt den hinteren Teil des Zeltes ein.
Rot-weiße Logen mit zwei Reihen Stühlen und ein vierreihiges Bankgradin stehen den zahlreichen Besuchern zur Verfügung.
Die Circusrestauration hat ihren Platz gleichfalls im Spielzelt.

Der Juniorchef des Hauses, Benjamin Kaselowsky, eröffnet die Spielfolge mit einer Freiheitsdressur. Zwei nachtschwarze Friesenhengste mit seidig glänzendem Fell laufen unter seiner souveränen Peitschenführung abwechslungsreiche Figuren. In flottem Ablauf erfolgen Volten und Gegenläufe. Wenig später präsentiert Benjamin Kaselowsky ein munteres Groß-und-Klein. Ein Friese und ein schwarzes Shetland-Pony beherrschen eine Reihe der genreüblichen Abläufe, die gekonnt vorgetragen werden.
Die zwölfjährige Jamie verfügt bereits über beachtliches artistisches Können. Zunächst sehen wir ihre Kautschuk-Darbietung. Gelenkig nimmt sie die verschiedensten Positionen ein, biegt ihren Körper und die Extremitäten weit über den Rahmen des „normalen“ hinaus. Der Auftritt ist romantisch gestaltet und das weiße „Einhorn“, das die Manege bevölkert passt bestens ins Bild. Als Da Capo läuft es, nachdem die junge Artistin ihre Evolutionen beendet hat, Achten um zwei aufgestellte Pylonen.
Mit gelungener Parterreakrobatik zeigen die Nachwuchsartisten des Circus ihr Können. Jamie, Nick-Damien (7) und Lionel (3) führen vielfältige Figuren auf den Händen ihres Vaters, bzw. Onkels aus. Ein einarmiger Handstand von Nick-Damien beschließt den temperamentvollen Auftritt.

Clown Beppo, alias Sascha Bügler, fängt von Besuchern geworfene Hula-Hoop Ringe auf und belohnt gelungene Versuche mit einem Lolli. Vor der Pause wird das „Reinigungsteam“ verlangt und mit Staubwedel und Sprühflasche bemüht sich der Clown zunächst einmal um Sauberkeit in den Logen und bei deren Besuchern. Hernach gilt es den Manegenteppich zu fegen, doch auf wundersame Weise gelangt immer wieder reichlich Konfetti auf bereits abgekehrte Bereiche.
Sina Trumpf ist mit mehreren Auftritten im Programm vertreten. Zunächst sehen wir ihre schwungvoll vorgetragene Kür am Luftring. Weite Flüge füllen die Kuppel und vielerlei Haltetricks werden gekonnt ausgeführt. Zu Beginn des zweiten Teils der Show tanzt die sympathische Artistin auf dem gespannten Silberdraht. Spagat und andere Balancen wechseln harmonisch mit den verschiedenen Schrittfolgen ab.
Schließlich erfolgt der rasante Auftritt am Vertikalseil. Viele der relevanten Tricks werden in schneller Abfolge und mit großem Schwung ausgeführt. Zum Höhepunkt der Darbietung lässt sich die Artistin an einem Arm ausdrehen.

Die Clowns „Spaghetti“ und „Banane“ ersuchen sich mit Mental-Magie. Die Frage „Welche Farbe hat dieses schwarze T-Shirt“ kann von Medium „Banane“ zur Verblüffung weiter Teile des Publikums tatsächlich richtig beantwortet werden. Auch Zahlen, die Logengäste auf eine Tafel schreiben, kann das Medium richtig erraten, nachdem ein „Zauberstab“ - einer Plastikkeule - entsprechend oft auf seinem Kopf gelandet ist. Problematisch wird es erst bei einer letzten, fünfstelligen Zahl.
Der kleine Lionel präsentiert sich als Nachwuchs-Dresseur, der ein weißes Pony zu seinen Figuren anleitet.
Gleich im Anschluss präsentiert Sascha Bügler zwei Kamele in einem abwechslungsreichen Ablauf. Die Trampeltiere sind mit dekorativen Schabracken geschmückt und beherrschen ein umfangreiches Repertoire. Abliegen, Gegenlauf und Volten werden mit Schwung absolviert. Als Da Capo zeigt ein Lama Barrierensprünge und einen gelungenen Steiger. Abschließend zeigt Pony einige hervorragende Vorwärtssteiger.
Nachwuchsartistin Jamie präsentiert ihr Können mit den Hula Hoop Ringen und begeistert mit bereits beachtlicher Trickfolge und erstklassiger Ausführung ihre Zuschauer.
Benjamin Kaselowsky präsentiert dem staunenden Publikum eine große Boa Constrictor und wer möchte - und sich traut - hat Gelegenheit das Reptil anzufassen. Eine Chance, die sich kaum jemand im sehr gut besetzten Rund entgehen lässt.

„Mister Vulcano“ - Sascha Bügler - sorgt mit seinen Feuerspielen für einigen Nervenkitzel. Zahlreiche lodernde Fackeln verlöscht er in seinem Mund. Brennbare Flüssigkeit mitsamt einer brennenden Zigarette kraftvoll aus dem Mund ausgestoßen und verglüht in einer gewaltigen Flammenwolke. Abschließend lässt der Fakir meterhohe Feuersäulen aus seinem Mund aufsteigen.
„Als was einen Anfang hat....“ verkündet die Manegensprecherin und lässt das Ende der Vorstellung erwarten, doch nach ihrer Frage „Wollt ihr noch mehr sehen“ und dem obligatorischen „... dann müsst ihr morgen wiederkommen..“, kündet sie noch „eine kleine Zugabe“ an. Die Eisprinzessin „Elsa“ - Jamie - und ihr Freund Schneemann Olaf kommen in den roten Ring und die junge Artistin begeistert mit einer kompletten Darbietung am Luftring. Zahlreiche Tricks werden in weiten Flügen in erstklassiger Manier gearbeitet und ziehen das Publikum in ihren Bann.
Schließlich verabschiedet sich die engagiert auftretende Circusfamilie mit einem stimmigen Finale von ihrem zahlreichen Publikum, dass seine Zufriedenheit mit langanhaltendem Beifall bekundet.